Rückschau 2015

27. Mai 2015 um 20 Uhr, Hackesche Höfe Kino

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Deutschlandpremiere: “Fadhma N’Soumer” in Anwesenheit des Regisseurs Belkacem Hadjadj

In seinem großartigen Biopic erweckt Regisseur Hadjadji die außergewöhnliche Geschichte der sagenumwobenen Widerstandskämpferin, die von den Franzosen auch als “Kabyliens Johanna von Orléans“ bezeichnet wurde.

Algerien 1847: Nach dem Ende des legendären Widerstands Emir Abdelkaders wendet sich die französische Kolonialarmee Richtung Kabylien, deren BewohnerInnen noch immer unbesiegt sind. Während die Franzosen die Eroberung der strategischen Region planen, organisiert sich Widerstand mit Unterstützung benachbarter Gebiete, unter ihnen Sharif Boubeghla. Hier beginnt die Geschichte von Fadhma N’Soumer. Groß geworden in einer Familie von Akademikern, beweist sich Fadhma schon früh als außergewöhnliche Persönlichkeit, trotzig wählt sie hierbei spirituelle Pfade statt Unterordnung in patriarchale Traditionen.

Der algerische Regisseur, Produzent und Schauspieler wurde 1950 geboren. Er studierte Film an der INAS in Brüssel und arbeitet dort zunächst bei der RTBF, wechselt dann zur RTA nach Algier. 1987 promoviert er an der Sorbonne unter der Leitung von Jean Rouche über das Verhältnis zwischen oraler Erzähltradition und audio-visuellen Medien – ein Thema, das ihn seit langem umtreibt. Seit der Öffnung des algerischen Filmmarktes für private Initiativen bereichert Hadjadj die Filmlandschaft mit zahlreichen Produktionen über sein Label Machahou Production.

Mit freundlicher Unterstützung von Brot für die Welt/EED, Katholischer Fonds, Aktion Afrika des Auswärtigen Amts. In Kooperation mit dem Zentrum Moderner Orient (ZMO), AL Film, Yedd e.V. und der Algerischen Gemeinde in Berlin.

Medienpartner: Africiné, Adefra, Club der Freunde von RFI, Berlin Poche, Exberliner, multicult.fm, Art Labour Archives, Planète Métis, Contemporary &, Initiative Schwarze Menschen in Deutschland, Terre des Femmes Stiftung.

 18. Februar 2015 um 20 Uhr, Hackesche Höfe Kino

afa_ar14_oranais_psk_m-001.jpgDeutschlandpremiere von “L’Oranais” von Lyès Salem

Während der ersten euphorischen Jahre nach der algerischen Unabhängigkeit haben die zwei engen Freunde Djaffar und Hamid eine vielversprechende Zukunft vor sich. Geheimnisse und Betrug bringen sie jedoch über die Jahrzehnte auseinander. Sechs Jahre nach seinem Meisterwerk “Masquerades” präsentiert Lyès Salem ein packendes Politdrama - durchzogen von der Qual und der Existenzangst von Frauen und Männern, die die algerische Revolution möglich gemacht haben. Politische Korruption, die Verzerrung historischer Fakten und persönliche Verluste, aus Arroganz entstandene Frustrationen und Machtgier werden mit bemerkenswerter Klarheit und Überzeugung thematisiert. Vor allem zeigt der Film am Beispiel des Lebens von Djaffar (exzellent gespielt von Lyes Salem selbst), wie tragische Trennungen, der Zerfall von Familien, kleine Opfer und starker Eigennutz den Ton und die Stimmung in einer Gesellschaft nach und nach verändern können.

Mit ergreifenden Geschichten von Revolutionär/innen und ihren unvorstellbaren Opfern gespickt, ist Salems Film mit seinen großartig komponierten Bildern auch visuell ein Genuss.

Im Anschluss an die Filmvorführung finden eine Publikumsdiskussion mit Naoual Belakhdar (tbc) sowie ein kleiner Empfang im Kino-Foyer statt.

Trailer: http://youtu.be/L8djQ94O-bI In Zusammenarbeit mit AfricAvenir